Häufige Fragen

Bakterien, in unterschiedlicher Anzahl in der Mundhöhle eines jeden Menschen vorhanden, nutzen Kohlenhydrate wie Zucker, Traubenzucker, Fruchtzucker oder Stärke (in Mehl, Brot und Gebäck) als Nahrungsquelle. Beim Abbau dieser erzeugen sie Säure. Diese Säuren führen zu einem Mineralstoffverlust des Zahns und können ihn beschädigen. Die entstandene Säure löst die Mineralien aus dem Zahn heraus – die Zahnsubstanz wird regelrecht zersetzt, es entsteht Karies.

Zahnbelag (auch „Plaque“ genannt) bildet den Nährboden für Karies. Dieser Belag aus Essensresten, Bakterienzellen und Speichelbestandteilen legt sich als Film über die Zähne. Die enthaltenen Bakterien können sich schnell vermehren und den Zahn angreifen.

Aber: Entfernt man diese Plaque regelmäßig, entzieht man den Bakterien die Grundlage zur Säurebildung, der Zahn bleibt unbeschadet!

Kinder kommen kariesfrei zur Welt. In der Mundhöhle vorkommende, kariesbegünstigende Bakterien werden von Familienmitgliedern an die Kleinsten weitergegeben (z. B. durch Schnuller ablecken). Deshalb ist darauf zu achten, dass auch Eltern, Großeltern und Geschwister eine gesunde Mundflora, sowie kariesfreie Zähne besitzen. Je weniger Bakterien vorhanden sind bzw. weitergegeben werden, desto geringer ist das Kariesrisiko!

Die Gesunderhaltung der Milchzähne ist sehr wichtig.

  • Sie dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne.
  • Bei vorzeitigem Verlust verengt sich die Zahnlücke und daraus resultierend wird häufig eine kieferorthopädische Behandlung notwendig.
  • Karies und Zahnfäule gehen mit unangenehmen Geruch und Schmerzen einher. Auch Fisteln und Abszesse sind möglich. Dieses alles ist für ein Kind sehr belastend. Es ist in seiner Nahrungsaufnahme eingeschränkt und sich zudem sehr wohl darüber bewusst, dass auch andere Kinder seine schlechten Zähne bemerken.
  • Die Sprachentwicklung leidet, bei fehlenden Schneidezähnen können S- und Zischlaute nicht korrekt ausgesprochen werden. Logopädische Betreuung wird u. U. notwendig.

Die Zahnbürste sollte klein und kindgerecht sein. Bei unter 2-Jährigen zudem etwas weicher, um die noch sehr empfindliche Schleimhaut nicht zu verletzen. Ein ansprechendes Design bereitet Freude bei den ersten Putzversuchen.

Auch elektrische Zahnbürsten können empfohlen werden. Das Putzergebnis ist durchweg gut und dem der Handbürste gleichzusetzen. Kinder haben oft mehr Freude am Umgang mit elektrischen Artikeln. Allerdings sollten Sie sich bewusst sein, dass die Förderung der Feinmotorik dabei ausbleibt. Vielleicht kann man sich mit dem Kind auf einen Wechsel zwischen elektrischer und manueller Bürste einigen.

Wenn die ersten Zähnchen kommen, löst der Kaureflex den Saugreflex ab. Die von der Natur vorgesehene Zeit des Saugens sollte nicht künstlich verlängert werden. Ihr Kind kaut jetzt lieber auf etwas herum, statt daran zu saugen. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass die Trennung vom lieb gewonnen Daumen oder Schnuller schwerfällt.

Mit 2 bis 3 Jahren sollte die Entwöhnungsphase abgeschlossen sein. Dieses ist häufig nicht einfach, sowohl für das Kind, als auch für die Eltern. Die Kleinen brauchen liebevolle Unterstützung, um sich diese, nun nicht mehr notwendige, Gewohnheit abzugewöhnen.

Kaufen Sie nur kleine, kiefergerecht geformte Schnuller mit dünnem, stufenförmigen Schaft und kleinem Sauganteil. Sie brauchen auch keine Größe 3 (für das Lebensalter ab 18 Monaten), bei Stillkindern wächst die mütterliche Brust ebenfalls nicht dem Alter angepasst mit!

Veränderte Schluckmuster, falsche Zungenlage, negatives Wachstum des Kiefers und ein sogenannter „lutschoffener Biss“ können Folgen aus zu langer Schnuller- oder Nuckelzeit sein. Aus dem Bedürfnis des Säuglings wird ab Ende des ersten Lebensjahres eine alltägliche Gewohnheit. Bitte stellen Sie den Schnuller nur zum Einschlafen, und nicht ganztägig zur Verfügung. Anschließend ziehen Sie den Schnuller oder das Däumchen vorsichtig aus dem Mund heraus. Das Kind lernt nun, mit geschlossen Lippen zu schlafen. Die natürliche Nasenatmung setzt ein, der Speichel kann Schleimhäute und Zähne feucht halten.

Abendliche Rituale beim Zu-Bett-Bringen eignen sich als Alternative zum Schnuller. Vorlesezeit mit Eltern und einem Kuscheltier im Arm vermitteln Geborgenheit und Wärme, wichtige Begleiter während der „Entwöhnungszeit“. Auch Eltern haben sich an die Einschlafhilfe „Schnuller“ gewöhnt und müssen sich nun darauf einstellen, dass ihr Kind öfter noch einmal nach ihnen rufen wird, bevor es einschläft. Aber Konsequenz kann auch liebevoll umgesetzt werden, dient sie doch in diesem Fall der Gesundheit Ihres Kindes!

Bitte bedenken Sie, dass Kinder häufig feinmotorisch noch nicht in der Lage sind, die Zähne vollständig von Plaque zu befreien. Die kindliche Art des Zähneputzens beinhaltet allenfalls eine „Speiserestentfernung“, aber noch keine gute Zahnreinigung. Deshalb entlassen Sie Ihre Kinder nicht zu früh in die Eigenverantwortung für deren Zähne und putzen Sie möglichst bis zum Ende der Grundschulzeit noch einmal nach.

Kinder sind mit einem Jahr bereits gut in der Lage, aus einem Becher zu trinken!

Nuckelflaschen werden oftmals als Ersatz für den Schnuller genutzt, statt als reine Trinkhilfe zu dienen. Auch sogenannte Radlerflaschen dienen dem Kind eher zu einer angenehmen Beschäftigung, als der des Durstlöschens.

Die Saugerflaschen werden häufig zur Selbstbedienung überlassen, durch die andauernde nuckelnd-saugende Flüssigkeitsaufnahme von zumeist zucker-/fruchtzuckerhaltigen Getränken entsteht vor allem auf der Rückseite der Schneidezähne eine rasante Kariesbildung. Eltern sehen diese Entwicklung erst sehr spät, wenn die Zerstörung schon sehr weit fortgeschritten ist. Die Folge sind schwarze Zahnstümpfe, mit denen viele Kinder sogar noch eingeschult werden. Eine soziale Stigmatisierung wird sie auf diesem Weg begleiten.

  • Bitte gewöhnen Sie Ihr Kind so schnell wie möglich an das Trinken aus Becher oder Tasse
  • Als Standardgetränk sollte Wasser angeboten werden
  • Nächtliches Trinken von zucker/fruchtzuckerhaltigen Getränken aus Saugerflaschen nach dem 7. Monat unbedingt vermeiden

Der erste Zahnarztbesuch sollte schon im Kleinstkindesalter erfolgen. Idealerweise begleitet Sie ihr Kind regelmäßig bei Ihren eigenen, kurzen Kontrollterminen und nimmt den Zahnarzt/die Zahn-ärztin dabei positiv war. Die Räumlichkeiten werden durch wiederkehrende Besuche vertrauter, und, ganz wichtig, der erste Kontakt zum Instrumentenbesteck einer Behandlung hinterlässt keinen negativen Eindruck. Es wird sicher schwerer für das Kind, gleich beim ersten Besuch eine Karies, oder gar einen ganzen Zahn entfernen lassen zu müssen.

Vermeiden Sie bei Erklärungen zum Zahnarztbesuch negative Schlagwörter:

  • „Das tut doch gar nicht weh“, „du musst keine Angst haben“, „das blutet nicht“…
  • Ihr Kind wird nur die negativen Bestandteile der Erklärungen wahrnehmen: Weh, Angst, Blut! Bitte erklären Sie Ihrem Kind, dass ein Zahnarztbesuch nur Gutes mit sich bringt:
  • Der Behandler freut sich über den Besuch des Kindes, er hat ein schönes helles Sonnenlicht über dem gemütlichen Stuhl, um die tollen Milchzähne anschauen zu können und meistens dürfen sich Kinder im Anschluss ein kleines Geschenk mitnehmen.
  • Ihre Einstellung zum Zahnarzt ist maßgeblich prägend für Gelassenheit oder Ängste beim Kind. Sie leben es Ihrem Kind vor.

 

 

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